Musik

Die Gelstertalschule auf dem Weg zur „Musikalischen Grundschule“

                                     Stand: 2. Dezember 2013

 „ Musizieren in den Schulen ist keine Ausgabe,  sondern eine gewinnbringende Investition“ (Gerard Mortier: Opern- und Theaterintendant und ehemaliger künstlerischer Leiter der Salzburger Festspiele)

 Die Bertelsmann-Stiftung und das Kultusministerium fördern die Musikalische Grundschule:  Die Grundlage der Musikalischen Grundschule sind die vier M: Mehr Musik in mehr Fächern von mehr Lehrkräften zu mehr Gelegenheiten. Warum bietet es sich an, ausgerechnet Musik als Motivation und Medium für individuelle und gemeinschaftliche Entwicklungen zu nutzen? Weil Kinder leicht für Musik zu begeistern sind, finden sich in der Musik und über die Musik vielfältige Wege, die Stärken eines jeden Kindes aufzuwecken, anzusprechen und damit positive Lernerfahrungen zu ermöglichen.

Die Umsetzung des Konzeptes der musikalischen Grundschule fördert nachweisbar die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder. Durch die Musik wird die Entwicklung des sinnlichen und sprachlichen Selbstausdruckes unterstützt, das seelische und körperliche Wohlbefinden gefördert, Lernfreude gestärkt und das soziale Miteinander in der Schule verbessert. Man kann Musik auf ganz unterschiedlichen Ebenen zugleich einsetzen. Mit Musik kann man den Unterricht auflockern und die Freude am Lernen fördern. Kinder lernen durch die Musik zuzuhören, erfahren Gemeinschaft und Lebensfreude und sie profitieren davon auch in den anderen Unterrichtsfächern.

Deshalb soll Musik über den Musikunterricht hinaus im gesamten schulischen Leben unserer Schule eine bedeutende Rolle spielen. Es geht dabei weniger um den Ausbau des Faches Musik, als darum, Musik im Unterricht aller Fächer wirksam werden zu lassen und zum Lernprinzip des gesamten Schulalltages zu machen. Denn musikalisches Handeln lässt sich gut und nachhaltig in Form fester Rituale in den Schulalltag integrieren und beeinflusst die Atmosphäre und das Zusammenleben an einer Schule spürbar. Somit wird die Schulkultur positiv beeinflusst. An Grundschulen treffen Kinder unterschiedlicher Herkunft und Bildungserfahrungen zusammen. Hier kann und soll die Musik Brücken bauen. Mit der bewussten Förderung des Zuganges zur Musik leistet die musikalische Grundschule auf diese Weise ebenso einen Beitrag zu mehr Teilhabe und Chancengerechtigkeit der Grundschulkinder.

Umsetzung der Musikalischen Grundschule im Unterrichtsalltag der Gelstertalschule

Verschiedene Bausteine der Musikalischen Grundschule wurden in den vergangenen Jahren zusammengeführt und gehören nunmehr zum Schulalltag unserer Schule:

  • ·        ein eigenes Schullied wurde geschrieben
  • ·        eine Bühne wurde in der Pausenhalle für Konzerte aufgestellt
  • ·        das Singen im Morgenkreis und in der Klasse zu verschiedenen Gelegenheiten vom Morgen- und Begrüßungslied über das Geburtstagslied bis zum Geburtstagsständchen ist selbstverständlich geworden
  • ·        das Monatssingen (einmal im Monat ein Treffen aller Klassen zum gemeinsamen Singen des neuen Monatsliedes und eventueller Darbietungen einzelner Gruppen)
  • ·        ein Ordner für die Monatslieder mit den dazugehörigen CDs für alle Lehrkräfte wurde angelegt
  • ·        die Pausenkonzerte finden nunmehr alle 3 – 4 Monate mit freiwilligen Beiträgen einzelner Kinder statt
  • ·        das Flöten im Klassenverband zweier Lerngruppen (bis 2012)
  • ·        der Hörclub wurde eingerichtet
  • ·        das Einüben verschiedener Musicals in verschiedenen Klassen hat zugenommen
  • ·        ein Musiktheater in Kombination von Musik mit dem Fach Deutsch fand statt
  • ·        die Einrichtung von 2 Gitarren-AGs mittwochs und freitags
  • ·        der Schulchor am Freitag
  • ·        das Malen zur Musik im Kunstunterricht
  • ·        eine Tanzgruppe von 9 Schülerinnen im Jahrgang 3 hat sich gegründet
  • ·        die Einmaleins-Lieder im Mathematikunterricht
  • ·        das Singen und Tanzen auch im Sportunterricht
  • ·        das Singen im Religionsunterricht und Englischunterricht
  • ·        der Instrumentenbau im Werkunterricht
  • ·        die vielerlei Aufführungen und Darbietungen im schulischen Jahreskreis, bei Festen, Feiern und Verabschiedungen mit Musik: sie sorgen durch diese ritualisierte Form für die Hervorhebung des Gemeinsamen und Besonderen im Zusammenleben einer Gemeinschaft
  • ·        die Zusammenarbeit mit dem Spatzenchor Hundelshausen in unseren Räumen
  • ·        die Zusammenarbeit mit der Musikschule Franke

Wir erkannten durch vielerlei Anlässe beim Einsetzen von Musik Vorteile für die Lernentwicklung der Kinder:

–        Liedtexte nebenbei erlernen schult die Merkfähigkeit und das Sprachgefühl, es erweitert den Wortschatz, schafft ein Gefühl für Sprache und Reime

–        in der Gitarren-AG erlernen Kinder neben der Grundkenntnisse zum Gitarrenspielen, dass sie durch das Durchhalten beim Üben ein großes Ziel erreichen können:

Ein Instrument in einer Gruppe spielen lernen fördert Motorik, Koordination, Gehör, Selbstbewusstsein, Gemeinschaftssinn u.v.a.m.

–        Vermittlung der kulturellen Wurzeln und Traditionen unserer Gesellschaft

–        Konzerte einer Gruppe unserer afrikanischen Partnerstadt zeigten auf: Musik verbindet alle Kulturen und Länder über jegliche Grenzen hinaus und fördert das Verständnis der Menschen verschiedenster Länder und Erdteile füreinander, sie ist daher auch ein Bindeglied der Eine-Welt-Schule

Wir konnten in den vergangenen Jahren durch die verstärkt eingesetzte Musik beobachten:

  • ·        die Kinder gehen kreativ mit den Liedtexten um
  • ·        die musikalischen Stärken einzelner kommen mehr zur Geltung
  • ·        die monatlichen Treffen haben die schulische Gemeinschaft gestärkt
  • ·        das Singen wird als gemeinsames Erlebnis positiv wahrgenommen
  • ·        der Hörclub wird von den Kindern der Klassen 1 bis 4 sehr gut angenommen
  • ·        das Singen in der Gemeinschaft hat bei uns einen höheren Stellenwert bekommen
  • ·        die Pausenkonzerte sind bei allen Kindern beliebt
  • ·        eine Tanzgruppe hat sich spontan gebildet, die mehrmals im Jahr ihre Tänze vorführt
  • ·        Bewegungslieder werden im Unterricht vermehrt eingesetzt
  • ·        viele Eltern sind bei unseren musikalischen Aktivitäten, wie Monatssingen, Pausenkonzerten oder kleinen Musical- oder Tanz-Aufführungen anwesend und identifizieren sich mit der Schule ihrer Kinder

 

»Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.« (Victor Hugo)

 Ziele des Hörclubs

Immer mehr Lehrer aller Schulen bestätigen, dass viele Kinder nicht mehr gut zuhören können. Zuhören ist für das Lernen und die Entwicklung der Schulkinder aber eine der wichtigsten Grundfertigkeiten. Wer gut zuhören kann, kann auch besser lernen.

Die Erfahrungen zeigen, dass man Kinder mit akustischen Wahrnehmungsübungen, mit dem aktiven Hören von ausgewählten CDs und mit dem Gestalten von Hörbeiträgen für das Thema Zuhören sensibilisieren kann.

Die gemeinsame Gestaltung einer Atmosphäre, die das Hören und Zuhören fördert, schafft Zuversicht und Vertrauen im Umgang miteinander.

Die Zuhörübungen mit Kindern führen zu einem besseren Konzentrieren und damit zu besseren Lernerfolgen.

Zuhören ist darüber hinaus eine grundlegende Fähigkeit für das Lesen, den Spracherwerb und für das Kommunikationsverhalten.

Im Hörclub ist somit vieles möglich:

–        Stilleübungen zur Förderung von Achtsamkeit

–        Übungen zur Orientierung durch Hören und zur Interpretation von Geräuschen

–        vom Erzählen bis hin zur Durführung und Auswertung von Hörspaziergängen

Im Mittelpunkt der Hörclubstunde steht das Hörspiel, eine von guten Sprechern vorgetragene Geschichte. Längere Hörstücke werden unterbrochen – Fortsetzung folgt beim nächsten Mal.  Während des Zuhörens nimmt jeder seine eigene Hörhaltung ein. Das kann im Liegen sein oder bequem auf Unterlagen; manche Kinder sitzen still, andere bewegen sich beim gemeinsamen Hören.

Ausblick:

Wir wurden zunächst 2009 in das Projekt des Hessischen Kultusministeriums und der Bertelsmann –Stiftung „Musikalische Grundschule“ aufgenommen, um die musikalischen Aktivitäten unserer Schule in allen Klassen über das Fach Musik hinaus auszubauen.

Seit 2011 verlängerten wir die Zertifizierung wegen des Ausbaues weiterer Schwerpunkte nicht weiter, doch leben wir die Musikalische Grundschule bis zum heutigen Tage fort.

Eine Arbeitsgruppe der Musiklehrkräfte überarbeitet zurzeit unser Konzept der Musikalischen Grundschule und entwickelt auf dieser Grundlage ein aktuelles schuleigenes Curriculum.

Wir werden danach entscheiden, ob wir uns wieder um ein entsprechendes Zertifikat bewerben wollen.