Archiv für den Monat: Dezember 2016

Rundbrief zum Jahresende 2016

Rundbrief des Schulleiters zum Jahresende 2016 an die Schulgemeinde

Liebe Eltern, liebes Kollegium, liebes Haus- und Betreuungspersonal!

Das Jahr 2016 geht dem Ende entgegen, und aus diesem Anlass denken wir Menschen auch meist über die zurückliegenden 12 Monate nach. Wir erinnern uns, was alles Gutes geschehen ist, und wir denken an unsere persönlichen Anstrengungen, um uns selbst oder die in der Schule uns anvertrauten Kinder voran zu bringen.

Als Erwachsene wissen wir, dass wir die Gestaltung unseres Lebens vordringlich selbst in der Hand haben. Auch unter individuell schwierigen Bedingungen kann man deshalb noch das Beste für sich und die Anvertrauten erreichen. Dabei haben wir in Deutschland zusätzlich das große Glück, dass unsere Gesellschaft offen, tolerant und demokratisch eingestellt ist, und dass unsere politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten allen Bürgerinnen und Bürgern große Chance eröffnen.

Gleichwohl gibt es auch bei uns in Deutschland große Unterschiede in den Lebensbedingungen. Nicht jeder von uns hat das Glück, auf Rosen gebettet ein sorgloses Leben führen zu können.

Selbst die vermeintlich wirtschaftlich besser Gestellten haben ihre Sorgen: Krankheiten und persönliches Unglück machen auch vor gutem Lebensstandard nicht Halt.

Viele in unserer Gesellschaft bewältigen die tägliche Herausforderung, den Kindern eine glückliche Kindheit zu ermöglichen, obwohl sie alleinerziehend sind oder zum Beispiel als beide Elternteile berufstätig sind. Viele Familien müssen auch ohne die Unterstützung durch Großeltern bei Hausaufgaben oder bei der Betreuung ihr Leben meistern und auch ohne einen finanziellen Zuschuss der Großeltern auskommen.

Andere wiederum kennen solche Sorgen nicht.

In der Gelstertalschule sind wir sehr froh, dass wir mit Unterstützung auch unserer Elternschaft in der Schulkonferenz, im Schulelternbeirat oder in Arbeitsgruppen die freiwillige Ganztagsschule bis 16:00 Uhr seit diesem Schuljahr einrichten konnten und somit allen unseren Schulkindern anbieten können. Wir leisten so gemeinsam einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung aller unserer Schulkinder.

Wenn ich mittags oder nachmittags durch unsere Schule gehe und die vielen fröhlichen Kinder erlebe, die gern bei uns in der Schule sind, die ihre Hausaufgaben erledigt haben, die angebotene Arbeitsgemeinschaften besuchen und anschließend spielen und sich beschäftigen können, dann spüre ich, dass unser arbeitsintensiver Weg zur Gestaltung einer noch besseren Schule für alle Kinder richtig ist.

Zu meiner Schulzeit haben wir alle mit dem Gong fluchtartig die Schule verlassen – das gibt es bei uns heute so nicht mehr.

Auch mit unserem Caterer, der das Mittagessen für die Kinder anbietet und anliefert, sind wir in diesem Jahr sehr zufrieden.

Damit das alles gut und reibungslos funktioniert, geben uns besonders der Landkreis und auch die Stadt Witzenhausen mehr als den üblichen finanziellen Zuschuss zur Durchführung unseres Ganztagsprogramms und unterstützen uns auf unserem Weg zu einer zeitgerechten, modernen Grundschule.

Das alles wäre jedoch ohne unseren Trägerverein des Ganztagsbetriebs und der Bücherei gar nicht möglich.

Viele Eltern, Lehrkräfte und Hauspersonal sind daher Mitglied in unserem „Verein zur Förderung der Lesekultur“ und unterstützen uns durch Rat, durch Amtsübernahme oder durch den Mitgliedsbeitrag.

Daher bedanke ich mich bei Ihnen allen für die großartige Unterstützung zur Umsetzung unseres guten Ganztagsschulkonzepts für alle uns anvertrauten Kinder.

Wir Menschen rufen oft nach dem Staat, wenn zum Beispiel das Geld im Schulbetrieb wieder einmal nicht ausreicht oder wir das Gefühl haben, viel mehr zu arbeiten, als wir eigentlich vertraglich müssten. Aber wenn ich dann die glücklichen Kinder sehe, die die Hausaufgabenunterstützung, das Mittagessen, die AGs und die Betreuung gern in Anspruch nehmen, wird klar, dass wir Menschen gemeinsam diesen Staat ausmachen, und dass das Steuergeld nun einmal nicht für alles Wünschenswerte ausreichen kann.

Ein Medizinstudent kostet zum Beispiel den Steuerzahler pro Jahr durchschnittlich ca. 32.000 Euro. Bis jemand die Ausbildung zum Arzt abgeschlossen hat, hat er oder sie den Staat 180.000 Euro gekostet. Andere Studiengänge sind günstiger, für Sprach- und Kulturwissenschaften werden pro Jahr ca. 5.000 Euro vom Staat investiert.

Bis zum Abitur kostete eine Schülerin oder ein Schüler den Staat schon vor 10 Jahren über 60.000 Euro (z.B. bei Spiegel online oder dem Statischem Bundesamt zu finden).

Da sollten alle Hochschulabsolventen allen Raumpflegerinnen, Sekretärinnen und allen anderen im Land dankbar sein, dass diese mit ihren Steuerbeiträgen die Ausbildungen ermöglichen. Aber Geld ist eben nicht unbegrenzt vorhanden.

Für die Gelstertalschule wurden somit vom hessischen Steuerzahler die finanziellen Grundlagen durch Land, Kreis und Stadt für die Organisation und Durchführung unseres Ganztagsschulkonzeptes gegeben. Die Herausforderung, daraus dann das Beste zu machen, nehmen wir seit diesem Frühjahr 2016 gern an, und wir setzen es bereits seit diesem ersten Schulhalbjahr gut um.

Im Januar 2017 werden wir in den Gremien und mit dem pädagogischen Personal das Ganztagsschulkonzept überdenken und schauen, was wir noch zum Besseren ab dem 2. Schulhalbjahr verändern können.

Denn nichts ist so gut, als dass man es nicht noch besser machen könnte.

Somit steht schon ein Schwerpunkt unserer Arbeit ab Januar 2017 fest, und im Februar 2017 werden dann unsere Musiktage stattfinden, zu denen Sie weitere Informationen rechtzeitig erhalten.

Viele Informationen finden Sie auch auf unserer Schulhomepage.

Ich bedanke mich bei Ihnen allen, den Eltern, dem Kollegium, dem Hauspersonal und dem Betreuungspersonal, für die gute Zusammenarbeit im Jahr 2016 und für das herausragende Engagement zum Wohle unserer Schulkinder.

Ich wünsche Ihnen allen ein friedliches und harmonisches Weihnachtsfest, einen glücklichen Jahreswechsel 2016/17 und schöne Weihnachtsferien!

Ihr Waldemar Rescher, Rektor